ANDREAS SIEMONEIT

Unterwegs zu einer Politischen Theorie der Nachhaltigkeit

Die Welt der Wirtschaft dreht sich immer schneller: Ein entfesselter Finanzmarkt, Investoren, die Grundstücke und Rohstoffe hamstern, steigender Ressourcenverbrauch, Millionen Arbeitslose und ein ruinöser Wettbewerb der Nationen sind nur einige Stichwörter der Negativspirale.

Warum sind die bewährten liberalen Prinzipien

anscheinend nicht in der Lage, unsere ökologischen und sozialen Grundlagen zu bewahren? Ist das nur unsere „angeborene Gier“? Demokratie und Marktwirtschaft werden als Konzepte von verschiedenen Seiten zunehmend in Frage gestellt – kann man sie noch einmal „rehabilitieren“?

Selbstverständlich. Es ist eigentlich ganz einfach. Mit genau diesen liberalen Prinzipien kann man nämlich auch zu einem Gesellschaftsmodell kommen, in dem Vernunft und Mäßigung auf einmal zum Natürlichen werden. Es ist liberal, denn es würdigt die Freiheit des Einzelnen. Es ist humanistisch, denn es berücksichtigt die menschlichen Konflikte zwischen kurzfristigen und langfristigen Interessen. Es ist der Versuch herauszufinden, was Demokratie so edel und Marktwirtschaft so unwiderstehlich macht, und ob man das nicht noch einmal anders kombinieren kann.